Mein Partner zieht sich zurück im Burnout

Bei Burnout deines Partners leidest auch du unter der Situation. Warum dein Partner sich bei Burnout zurückzieht oder emotional distanziert erfährst du hier. Du bekommst 5 Tipps, was du dagegen tun kannst.

Was tun bei Burnout des Partners?

Auch die Partnerinnen oder Partner von Menschen im Burnout leiden unter der Situation und dem Verhalten ihres Partners. Vor allem wenn der Partner sich zurückzieht im Burnout.

Kennst du das aus eigener Erfahrung? Ist dein Partner schon im Burnout gelandet oder bist du dir unsicher, ob er dieses Problem hat?

Dieser Beitrag richtet sich ganz besonders an Partnerinnen und Partner von Menschen, die unter Burnout leiden.


Die Inhalte:

  1. Auswirkungen und Ursachen der Persönlichkeitsveränderung im Burnout verstehen – insbesondere von Männern
  2. Nachvollziehen, warum sich das Verhalten deines Partners im Burnout verändert
  3. Begreifen, warum sich dein Partner im Burnout zurückzieht oder emotional distanziert
  4. Mit Hilfe von Tipps vom Experten für dich die Situation zu verbessern oder
  5. Deinem Partner im Burnout helfen zu können

Mein Name ist Ralf Maier und als Autor dieses Artikels kenne ich beide Seiten: 

Ich habe Burnout selbst durchgemacht und bewältigt. Und ich habe ebenfalls meine Erfahrungen als Partner damit gemacht.

Als Experte gegen Burnout und Dauerstress berate und begleite ich heute professionell Menschen bei der Vorbeugung von Burnout und auf dem Weg aus dem Burnout heraus.

Ganz besonders wichtig ist mir, auch Partnerinnen oder Partner von Betroffenen zu unterstützen, um die Situation wesentlich besser und einfacher überstehen zu können – und selbst nicht im Burnout zu landen.

Die Burnout Persönlichkeitsveränderung

Zu den häufigsten Auslösern von Burnout gehören Stress und Überlastung, ausgelöst durch viel zu viele Pflichten und Anforderungen im Berufsleben oder im Alltag. Die tieferen Ursachen von Burnout liegen allerdings in der Persönlichkeit und im „Innenleben“ der betroffenen Menschen. Insbesondere die Erziehung, frühere Erfahrungen und prägende Erlebnisse sorgen dafür, wie wir als Erwachsener mit Anforderungen, Erwartungen, Stress und Druck von außen umgehen.

Die Burnout-Persönlichkeitsveränderung spielt sich entsprechend zuerst im Inneren ab – also in der Psyche und im Körper der betroffenen Menschen. Partnerinnen oder Partner merken es deswegen anfangs selten, wenn ein Mensch in den Burnout steuert.

Erst in fortgeschrittenen Stufen des Burnout ändert sich auch das Verhalten im Burnout deutlich, so dass wir es von außen als Partner sehen können (mehr dazu in meinem Beitrag zu den typischen Symptomen in den 12 Stufen des Burnout).

Anfangs wirkt es von außen oft einfach, als ob der Betroffene noch fleißiger ist als üblich. Aber mit der Zeit kommt es zum Beispiel häufiger dazu, dass die Zuverlässigkeit des Menschen gegenüber dem Partner im Burnout sinkt. Verabredungen kurzfristig abgesagt werden oder Absprachen werden nicht eingehalten.

Partnerin leidet unter dem Burnout des Partners

Tiefergehende Gespräche zu den Ursachen dieses Verhaltens, über Gefühle, Gedanken oder Probleme werden meist abgewehrt.

Vielfach werden Probleme sogar verleugnet: Es wird so getan, als würde die Partnerin sich das Ganze nur einbilden. Oder es werden scheinbar logische und rational begründete Ausreden gefunden. Zum Beispiel: „Es liegt nur daran, dass grade viel zu tun ist.“ Allerdings ist dann einfach IMMER viel zu tun.

Und es kommt dazu: Dein Partner zieht sich zurück im Burnout.

Der Grund für dieses Verhalten muss also woanders liegen und hat wenig mit der momentanen Situation zu tun, sondern ist viel grundsätzlicher und tiefgreifender.

Burnout: Partner zeigt keine Gefühle

Viele Partnerinnen von Männern im Burnout berichten davon: Ihr Partner zeigt keine Gefühle im Burnout. Oder er ist nur noch fähig „negative“ Emotionen wie Ärger oder Wut zu äußern. Die positiven Gefühle bleiben auf der Strecke.

In der Tat ist es so, dass eine der Grundursachen des „Burnout-Übels“ eine Störung im Zugang zu den eigenen „echten“ Gefühlen ist. Leider lernen viele Menschen – und insbesondere Männer – in unserer Gesellschaft immer noch, dass sie ihre „wahren Gefühle“ nicht zeigen oder äußern dürfen:

Zu viel Party als Kompensation für die innere Leere

Mann könnte ja schwach wirken, wenn man über Ängste oder das Bedürfnis gemocht oder geliebt zu werden spricht. Und Schwächen und Unsicherheiten zu zeigen wird von vielen Menschen leider immer noch als „unmännlich“ bewertet abgelehnt. Also werden diese Gefühle als „nicht ok“ abgewehrt und mit der Zeit immer mehr verdrängt.

Wenn aber diese Gefühle nicht mehr ans Licht dürfen und man sie nicht mehr wahrnehmen will, dann werden sie immer mehr zum Schweigen gebracht. Mit der Zeit melden sie sich gar nicht mehr. Der Betroffene kann diese Gefühle dann gar nicht mehr empfinden – und damit natürlich auch gar nicht mehr zeigen. Denn es ist praktisch nicht möglich nur die „guten“ Gefühle zu empfinden und die unerwünschten Gefühle zu verdrängen. Es geht meist nur ganz oder gar nicht.

Die Belastung bei Burnout des Partners

Verständlich ist, dass Partnerinnen und Partner darunter auch leiden, wenn in der Beziehung keine (positiven) Gefühle und Emotionen gezeigt werden können. Das führt oft zu Unsicherheit, Konflikten oder Ängsten beim Partner. Fragen kommen auf, wie zum Beispiel: „Bin ich meinem Partner überhaupt noch wichtig? Liebt mich mein Partner noch?“

suche nach stressbewaeltigungsstrategien läuft

Der Mensch in der Burnout-Falle ist zu diesem Zeitpunkt allerdings schon durch andere Probleme und Anforderungen im Beruf oder von Alltagspflichten überlastet. Wenn nun auch noch die (berechtigten) Wünsche, Bedürfnisse, Forderungen oder gar Vorwürfe von Partnerin oder Partner hinzukommen, sorgt das meist dafür, dass  dieser Mensch sich selbst davor schützt und sich zurückzieht.

Häufig tritt dazu auch ein Schamgefühl auf: „Wenn ich keine Leistung bringe, bin ich nicht mehr wert geliebt zu werden – und dann schäme ich mich, weil ich es einfach nicht mehr schaffe.“

Der Burnout-Leidende Partner distanziert sich also, um weiteren negativen Gefühlen, Gedanken und Belastungen aus dem Weg zu gehen. Es bleibt ihm mit der Zeit gar keine Energie mehr, um sich damit auseinanderzusetzen. Der Partner zieht sich im Burnout zurück und verschließt sich zunehmend.

Für Partnerinnen oder Partner ist das noch verletzender und belastender:

  • Es bleibt keine Zeit mehr für schöne gemeinsame Erlebnisse. 
  • Der Partner teilt sich nicht mehr mit. 
  • Der Rückzug sorgt dafür, dass Ängste vor Trennung und Verlust entstehen.
  • Die Last des Alltags muss vom Partner weitgehend allein getragen werden.
  • Die Unsicherheit und Sorgen um die Beziehung und die Zukunft nehmen zu.

Das alles bedrückt die Partnerinnen oder Partner zunehmend. In vielen Fällen schwinden nun die eigene Energie und die Zuversicht für die gemeinsame Zukunft immer mehr. Vielfach leidet auch das Selbstwertgefühl durch die fehlende Anerkennung durch den Partner. Damit steigt auch das eigene Burnout-Risiko immer mehr.

Die gute Nachricht ist: Das muss nicht sein! 

Es gibt Wege und Lösungen für dieses „Schlamassel“.

Einen hilfreichen Weg lernst du jetzt in diesem Beitrag kennen.

Ein hilfreicher Weg zur Problemlösung im Burnout

Bei der Lösung von Problemen wie Burnout hat sich eine Herangehensweise in der Praxis bewährt, die auch der bekannte Männertherapeut Björn Süffke in seinem wertvollen Buch „Männerseelen“ beschreibt.

Dieses Prinzip bildet die Grundlage meiner nachfolgenden Tipps in diesem Beitrag, was du tun kannst, wenn dein Partner sich im Burnout distanziert.

Diese Herangehensweise ist sehr einfach. Dennoch braucht es einige Zeit, diese Schritte mit den betroffenen Menschen zu durchlaufen. Denn in der Vergangenheit haben sie ganz andere Verhaltensweisen und Bewältigungsstrategien für Stress und Krisen gelernt. Aber genau diese haben sie gerade erst in ihr Problem hineingeführt, weil sie nicht hilfreich sind.

Deswegen müssen ein hilfreiches Verhalten und gute Bewältigungsstrategien von den Betroffenen Schritt für Schritt umgelernt bzw. neu gelernt werden. Das ist ein Weg aus dem Burnout heraus. Er ist nicht einfach, aber machbar, wenn der Wille dazu besteht etwas gegen das eigentliche Problem zu tun.

Die Vorgehensweise ist folgendermaßen:

1. Sprechen

Anstatt wie üblicherweise zu schweigen (oder zumindest die eigentlichen Probleme, Ängste und Sorgen zu verschweigen), geht es zuerst darum, sich anderen Menschen zu öffnen. Das erfordert etwas Mut. 

Aber es erleichtert sehr. Meistens verändert sich dadurch schon die Problemwahrnehmung. Außerdem wird der Weg frei für neue Lösungen durch einen frischen Austausch und eine andere Perspektive auf die Probleme. Wenn möglich ist hier auch eine Prise respektvoller Humor sehr hilfreich.

Verständnis für Partner im Burnout wenn er sich zurückzieht.

2. Fühlen & Wünschen

Im zweiten Schritt geht es um das (neue) wahrnehmen und entdecken der eigenen Gefühle und Wünsche. Nach meist vielen Jahren der vorher schon genannten Verdrängung von Gefühlen und des Erfüllens anderer Erwartungen, muss der Burnout Betroffene erst wieder lernen, in sich hineinzuhören.

Einige Strategien und Techniken haben sich dabei als sehr hilfreich erwiesen, um das schneller und leichter zu schaffen. Wichtig ist aber immer ein Umfeld, in der sich der Betroffene öffnen kann und sein darf, wie er ist. In diesem Umfeld wird es möglich, sich auch wieder etwas fürs Leben zu wünschen, zu erhoffen oder sogar zu träumen.

3. Wollen

Die meisten Burnout-Leidenden haben sich nach dem Verdrängen der eigenen Gefühle lange Zeit danach gerichtet, was sie tun SOLLEN. Also nur nach dem, was andere von ihnen erwarten, erhoffen, wünschen, oder fordern. Sie haben verlernt, wirklich etwas für sich zu WOLLEN.

Das ist aber wichtig, um etwas zu erreichen, das tatsächlich als sinnvoll und bereichernd für das eigene Leben empfunden wird. Wer nur handelt, um etwas zu erreichen, das wegen anderen getan werden SOLL, oder um etwas zu vermeiden, verliert Energie, Lebensfreude und Lebendigkeit. Etwas zu WOLLEN fördert dagegen die Energie, weckt Lebenskraft und Lebenswillen. Und WOLLEN ist eine wichtige Voraussetzung, um etwas zu erreichen!

4. Handeln

Nach dem Distanzieren oder Rückzug im Burnout, die nicht hilfreich sind, steht nun das HANDELN deines Partners als wichtiger Schritt auf dem Weg aus dem Burnout an.

Aus dem WOLLEN werden konkrete Ziele und Schritte abgeleitet und der Burnout-Betroffene beginnt mit dem ersten Schritt. Allein schon die Erfahrung, aktiv zu werden und etwas umzusetzen, was man für sich selbst tut, weil man es WILL, verändert sehr viel bei den Betroffenen.

Aus einem Schritt wird der nächste. Mit jedem Schritt wächst das eigene Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl wieder. Auch das sorgt für weitere positive Energie auf dem Weg aus dem Burnout heraus und zurück zu sich selbst, zu Freude und einem positiven Lebensgefühl.

Ein Beziehungs-Burnout?

Viele Partnerinnen und Partner bei Burnout stellen sich häufig die Frage, ob ihre Beziehung auch eine Ursache für den Burnout des Partners ist. Und ob sie selbst schuld daran sind, dass ihr Partner im Burnout gelandet ist. Oder es tauchen Ängste auf, ob die Beziehung nach dem Burnout denn noch eine Zukunft hat, wenn der Partner sich aus dem Burnout befreit und zu sich selbst findet.

Diese Frage ist natürlich nicht pauschal zu beantworten. Aber aus meiner Erfahrung, ebenso wie der Einschätzung vieler Burnout-Therapeuten und Experten stecken in der Beziehung in den meisten Fällen sehr viele Ressourcen und sehr viel Potenzial für eine sehr positive Entwicklung der Zukunft.

Die Burnout-Krise gemeinsam durchzustehen, schweißt viele Paare weiter zusammen. Wenn die Burnout-Probleme und Burnout-Konflikte bewältigt sind, wird wieder viel mehr Zeit und Energie für gemeinsame positive Erlebnisse frei. Vielfach lösen sich damit auch Probleme auf der sexuellen Beziehungsebene auf, die ähnliche Ursachen hatten, wie die eigentlichen Burnout-Probleme.

Es lohnt sich als Partnerin oder Partner also auch im Hinblick auf eine positive Zukunft in der Beziehung – mit viel mehr Freude und Lebendigkeit – aktiv zu werden und den Partner zu unterstützen, aus den Weg aus dem Burnout zu gehen.

Und es lohnt sich, auch für sich selbst gut zu sorgen. Es ist wertvoll, die eigene Energie damit zu erhalten und so dem Partner helfen oder „den Rücken freihalten zu können“. Damit kann die die Bindung in der Beziehung langfristig sogar gestärkt werden.


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5 Tipps: Partner zieht sich zurück im Burnout – das kannst du tun

Wenn sich dein Partner bei Burnout distanziert oder sich zurückzieht, ist es an der Zeit zu handeln und etwas zu verändern.

1. Tipp: Das SPRECHEN fördern

Mach dir bewusst, welche es sind und warum.
Warum dein Partner im Burnout eher schweigt oder zumindest nicht über die eigentlichen Themen spricht, habe ich oben bereits erklärt. Sprechen ist aber wichtig, um sich zu erleichtern und andere Perspektiven auf das Problem zu bekommen. Dafür ist es entscheidend, dass die Barrieren, die bisher das Reden über das eigentliche Problem verhindert haben, sanft und mit Geduld überwunden werden können. Es geht darum, mit Einfühlungsvermögen das Schweigen „sanft zu brechen“.

Damit das gelingt, können dir diese 5 Schritte helfen:

A: Selbstoffenbarung („Meine Gedanken + Gefühle“)

Habe den Mut dich zu öffnen und von DEINEN Gedanken und Gefühlen in dieser Situation zu sprechen.

  • Was belastet dich? 
  • Warum ist dein Partner dir wichtig? 
  • Was macht dir Angst oder Sorgen?

Wichtig ist, dass du es immer als „Ich-Botschaft“ formulierst und keine Vorwürfe auf deinen Partner wirfst.

B: Raum und Zeit schaffen + Geduld schenken

Um sich zu öffnen, braucht ein Mensch, der das nicht gewohnt ist, auf jeden Fall Zeit. Es kostet ihn Mut, Überwindung und vermutlich einiges Nachdenken.

Schaffe für diese Gespräche einen Raum und gib deinem Partner Zeit und Geduld. Vielleicht geht ihr gemeinsam spazieren oder nehmt euch einen Abend frei, um euch mit einem Glas Wein oder Tee auf eine Bank zu setzen. Es ist fast immer besser, das an einem neutralen Ort zu tun.

C: Zuhören (ohne Wertung / Vorwürfe)

Höre wirklich zu! Versuche nicht zu bewerten, zu beschwichtigen, abzulehnen, oder wieder vom Thema abzulenken. Ermutige deinen Partner, über seine Sorgen oder Befürchtungen zu sprechen.

Zuhören ist für Partner im Burnout wichtig

D: Verständnis entwickeln & Zuneigung ausdrücken

Versuche die Sicht deines Partners im Burnout zu verstehen. Stelle bei Bedarf Verständnis-Fragen, um es besser zu verstehen, was ihn bewegt oder wie seine Gedankenwelt aussieht.

Das Selbstwertgefühl ist im Burnout verletzt und deine Bestätigung und Anerkennung kann es wieder stärken.

Sage und zeige ihm daher deine Zuneigung und Anerkennung. Wenn sich dein Partner öffnet, ist das ein mutiger Schritt. Das darfst du ihm auch sagen.

E: Bei Bedarf für neutrale Beratung sorgen

Oft kann sich der Partner im Burnout noch nicht öffnen oder er traut sich nicht, dies dir gegenüber zu tun. Das geschieht oft aus Scham, Angst vor Gesichtsverlust oder Verlustangst. Oder ihr braucht einen Vermittler, damit ihr nicht aneinander vorbeiredet.

Kommunikation ist in Beziehungen immer eine Herausforderung und im Burnout umso mehr. In diesen Fällen hilft es, einen neutralen Berater bzw. Coach einzubeziehen.

2. Tipp: WÜNSCHEN und FÜHLEN unterstützen

In diesem Schritt geht es darum, deinen Partner dabei unterstützen, zu seinen eigenen Wünschen / Gefühlen zu finden und zu ihnen zu stehen.

Dazu kannst du Fragen stellen, die auf Wünschen und Gefühle abzielen. Versuche die Antworten nicht zu bewerten oder diese persönlich zu nehmen.

Eine Frage könnte zum Beispiel sein: „Was würdest du dir wünschen, wenn du keine Angst hättest oder Geld keine Rolle spielen würde?

Wieder wollen lernen nach Burnout

Hinweis:

Viele Menschen – und ganz besonders Männer – haben das Fühlen mit der Zeit verlernt. Denn es ging bei ihnen oft nur ums Funktionieren. Die eigenen Gefühle passten nicht dazu und wurden daher als unpassend abgelehnt.

In diesen Fällen sind als Gefühle höchstens noch Wut bzw. Aggression oder Selbstmitleid vorhanden. In diesen Fällen muss – und kann – das Fühlen wieder neu gelernt werden.

Dazu braucht es viel Aufmerksamkeit auf die Empfindungen und Geduld. Mit hilfreichen Methoden lässt es sich schaffen.

3. Tipp: Vom Wünschen und Fühlen zum WOLLEN

Vielleicht ist es erst einmal gar nicht leicht oder eher unbequem für dich, deinem Partner zuzugestehen, dass er eigene Wünsche und Gefühle hat und für sich selbst etwas will. Nun geht es aber trotzdem darum, den Partner, der vom Burnout betroffen ist, dabei zu unterstützen, wieder einen eigenen Willen für eigene Ziele zu schaffen.

Deinem Partner kannst du in Gesprächen aber dabei helfen, zu unterscheiden, welche Wünsche realistisch und hilfreich für sich selbst und für euch als Paar sind.

Damit entsteht die Chance, zum echten WOLLEN zu kommen. Das ist die Grundlage für einen konkreten Plan, der den Weg für Lösungen frei macht. Und das Wollen macht neue Energie frei, um im nächsten Schritt aktiv zu werden.

4. Tipp: HANDELN des Partners, um sich aus dem Burnout zu befreien

Jetzt geht es darum, aus dem Willen zum Erreichen der Ziele und Veränderungen konkrete Maßnahmen abzuleiten und diese umzusetzen.

Für diesen Schritt ist es entscheidend, dass du deinem Partner auf dem Weg aus dem Burnout Vertrauen in sein Handeln entgegenbringst. Daraus folgt vor allem, dass du es nicht blockierst, es nicht ausredest, oder ihm das Handeln abnimmst.

Du kannst aber anbieten, dass du ihn dabei unterstützt, wenn er es möchte. Die Verantwortung und das eigentliche Handeln müssen aber bei deinem Partner liegen, wenn er es aus dem Burnout herausschaffen soll.

Um ins Handeln zu kommen und dranzubleiben, gibt es auch wirkungsvolle Strategien und Techniken, mit denen es wesentlich leichter und erfolgreicher geht.

5. Tipp: Es geht auch um DICH!

Jetzt geht es darum, aus dem Willen zum Erreichen der Ziele und Veränderungen konkrete Maßnahmen abzuleiten und diese umzusetzen.

Dafür ist sehr wichtig, dass du dich um DICH selbst kümmerst und gut für dich sorgst! Nur wenn du deine Kräfte behältst, dich regelmäßig erholen kannst und dich stärkst, wirst du auch auf Dauer gut für dich selbst, für deinen Partner und für eure Beziehung Positives bewirken.

Mehr Sicherheit und Schutz für dich als Partnerin oder Partner

Darum achte auf folgende Punkte: 

  • Erkenne deine eigenen Wünsche und Grenzen und mache sie dir bewusst.
  • Setze dir selbst und deinem Partner „liebevoll“ Grenzen (z.B. auch für Deine erholsamen „ICH-Zeiten“ und wie er dich behandeln darf)
  • Äußere deine Wünsche und Gefühle. Sprich dabei von dir und deiner Innenwelt.
  • Stärke dich selbst und sorge für deine Energie, Erholung und Widerstandskraft (Resilienz).

Lass dich bei Bedarf dabei unterstützen, damit es leichter geht und du die Krise gut überstehst.

Krisen sind auch immer eine Chance, daraus sogar gestärkt hervorzugehen. Oft hilft dabei eine neutrale Instanz bzw. eine Begleitung durch einen Experten, um den gemeinsamen Weg wieder neu zu ebnen und positiv zu gestalten.

Meine Unterstützung für dich als Partnerin oder Partner bei Burnout kann dir dabei sehr gut helfen.

Partner mit Burnout: Auszeit wie lange?

Viele Menschen, die von Burnout betroffen sind, denken daran, eine Auszeit zu nehmen, um sich davon zu erholen. Auch Partnerinnen oder Partner stellen sich häufig die Frage bei Burnout wie lange eine Auszeit dauern sollte.

Die Frage der Auszeit bei Burnout und wie lange die Auszeit dauern soll, ist immer individuell zu entscheiden. Die Antwort hängt von vielen Bedingungen ab und es ist sinnvoll, die Antwort gemeinsam zu erarbeiten.

Dabei helfen viele Fragen. Zum Beispiel: Was waren die eigentlichen Ursachen und die Auslöser des Burnout? Woraus schöpft der Betroffene seien Energie? Was hat sie ihm geraubt? Was soll nun anders werden?

Der Weg zu Lebensfreude führt durch die Natur

Manchen Menschen tut eine Auszeit von mehreren Monaten sehr gut. Anderen macht allein der Gedanke einer Auszeit Angst. Dann ist es manchmal besser, keine Auszeit zu nehmen und stattdessen direkt im Alltag die erforderlichen Veränderungen zu bewirken. Dazu braucht es dann allerdings eine professionelle Begleitung. Denn niemand kann sich selbst an den Haaren aus dem Sumpf ziehen.

In der Regel ist es für die Betroffenen auf jeden Fall gut, zumindest für ein paar Wochen Urlaub zu nehmen oder durch eine Krankschreibung für etwas Abstand und Erholung zu sorgen, um sich neu sortieren und sich mit Unterstützung stärken zu können.

Für mich persönlich war meine Auszeit von 4 Monaten unglaublich wertvoll und ich nutzte sie, um mein berufliches Leben zu reflektieren und mich neu auszurichten.

Dein Partner distanziert sich zurück im Burnout? 

Nun bist du dran: Wie erlebst du die Situation? Was bereitet dir Sorgen? Und welche Fragen hast du? Was wird dein nächster Schritt sein, um die Situation des Burnout deines Partner zu verbessern?

Burnout-Test 20 Fragen

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Meine Videoreihe zu Burnout

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4 Antworten

  1. Danke für den Artikel und das anschließende Beratunggespräch.
    Ich bin schon einen Schritt weiter gekommen und das macht mich froh.
    Ich melde mich wieder…

  2. Danke das war ein wertvoller Text. Ich habe meinen Freund erst im Januar2022 kennengelernt, damit begann für ihn auch ein neuer Job, wir wohnen 1,5h voneinander entfernt und er ist alleinerziehend mit einer nun 14jährigen Tochter. Seit 4 Wochen ist Hochsaison in seiner Firma, er schafft sein eigenes Boot nicht fertigzustellen, ein Freund hat sich erhängt und die Oma’s wohnen 5h entfernt, da sich vor 11 Jahren seine Frau erhängt hat, UND er es für sich und die beiden Töchter für richtig fand, den Wohnort zu wechseln, dahin wo er aufgewachsen ist. Er hat zu der Zeit einer Psychotherapie gemacht und hat mir alle Fragen zu seiner Frau damals entspannt beantwortet. Er wirkte sehr aufgeräumt. Also jetzt ist es alles in Allem eine krasse Situation an ihn/uns. Seine Tochter sieht ihn kaum, ihr möchte er gerecht werden und zu allem Glück lernt er mich kennen und mir möchte er gerecht werden, seiner Firma möchte er gerecht werden und sich selbst sieht er und fühlt er gerade nicht. Er hat es vor 4 Wochen kommuniziert, dass es jetzt hart wird im Job bis Ende April (Schiffe
    müssen repariert und ins Wasser gelassen werden) und nun ist auch noch der Hauptkran in der Firma kaputt, es stagniert ALLES und es ist auch da im Moment kein Ende in Sicht. Er zieht sich zurück. Ich gebe ihm liebevoll den Raum, aber bin traurig und Zweifel kommen auf, ob und wie wir das zusammen schaffen können.

    1. Vielen Dank für Ihre offene Rückmeldung! Ich kann gut nachvollziehen, dass diese Situation für Sie beide und Ihre (noch frische) Beziehung sehr belastend ist. Tatsächlich kommt ja leider vieles im Moment zusammen und es wirkt wahrscheinlich wie ein Berg von Problemen…
      Neben der ganzen „organisatorisch“ und beruflich schwierigen Situation ist die Reaktion ihres Freundes ganz offensichtlich darauf ausgerichtet, jetzt einfach zu funktionieren und alles zu machen was er als erforderlich sieht. Die meisten Männer fallen gerade in Krisen in das Muster „Leistung & Funktionieren“, das ist etwas das sie kennen. Gefühle werden ausgeschaltet – denn sie sind bzw. wären schmerzhaft. Und vielleicht ist das in dieser akuten Situation für ihn sogar hilfreich, um durchzuhalten und das „geschäftlich Nötige“ möglichst schaffen zu können. Möglicherweise (!) kommen auch – bewusste oder unbewusste – Verlustängste hinzu, denn vermutlich weiß er „im Hinterkopf“, dass diese Situation für eine Beziehung belastend ist.
      Für ein paar Wochen oder wenige Monate könnte dieses „nur Funktionieren“ für ihn eine hilfreiche Strategie sein, so lange er es schafft, dann auch wirklich wieder „umzuschalten“ und sich wieder finden und fühlen zu können.

      Aber Ihnen und auch seiner Tochter fehlt natürlich dieser Mensch (inklusive der Gefühls-Seite) und das ist sicherlich schmerzlich… Ich finde es wichtig sich in dieser Situation erstmal über die eigenen Gefühle und Bedürfnisse bewusst zu werden. Und dann auch traurig sein zu dürfen, dass jetzt gerade etwas fehlt. Außerdem finde ich es wichtig, dass Sie nun selbst gut für sich sorgen und sich auch selbst etwas Gutes tun. Machen Sie sich auch bewusst, wo Sie die Grenze setzen (müssen), wie lange und bis zu welchem Punkt Sie bereit bzw. fähig sind, das zu tragen.

  3. Ihre Zeilen helfen etwas das was gerade in meiner Beziehung passiert, zu verstehen und ein wenig mehr zu akzeptieren.
    Mein Partner und ich sind noch nicht lange zusammen, ein halbes Jahr. Ich kann sagen ich fühlte mich angekommen, das 1. Mal. Eine wunderschöne ausgeglichene und glückliche Beziehung von Anfang an.
    Er hat vorletztes Jahr/Anfang letzten Jahres sein Haus umgebaut und hatte in dieser Zeit das 1. MAL Burnout, ausschlaggebend war der Hausumbau, neben Ehe (nun in Scheidung), kleines Kind und Beruf.
    Nun bin ich gerade dabei selber dabei ein Haus zu kaufen (habe eines, möchte aber umziehen) und anfangs war alles gut. Nun holt ihn seine Vergangenheit ein. Er ist so schon gestresst durch seinen Alltag, Kind fordert ihn und seine Arbeit und nun toppe ich das mit meinem Hauskauf. Obwohl er daran im Prinzip keine Teilhabe hat. Er soll und muss dort nicht mit aushelfen usw. Nun stresst ihn dieses ganze Thema trotzdem so sehr, dass er anfängt schlecht zu schlafen, Rückenschmerzen hat (das vergeht gerade alles wieder etwas) aber das ausschlaggende er wird gefühlskalt, er zieht sich vor mir zurück. Wir sehen uns sehr sehr selten. Er trifft lieber Freunde, er kann nicht mal mehr sagen was er für mich fühlt und das tut mir furchtbar weh weil es so ganz plötzlich ganz anders ist. Ich weiß aktuell nicht wie ich ihm helfen kann und was genau ich machen muss.

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Ralf Maier ist dein Burnout Coach

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