Burnout Symptome: Männer leiden anders

Erfahre, warum normale Stressbewältigungsstrategien in den 12 Burnout Phasen nicht mehr funktionieren.

Was muss ich über Burnout wissen?

Willst du Burnout verstehen? Oder Stress und Burnout bekämpfen?

Dann erfahre hier alles Wichtige über die Hintergründe, Ursachen und die Zusammenhänge von Burnout und Stress.


Du erfährst (unter anderem):

  • Was sind Burnout Ursachen? 
  • Wie wirkt sich Burnout aus? 
  • Welche Symptome bei Burnout treten auf?
  • Welche Burnout Symptome Männer häufiger haben?
  • Welche 12 Stufen bei Burnout gibt es?
  • Wie helfe ich meinem Partner bei Burnout?

Die meisten Menschen kennen den Begriff des Burnout. Aber viele haben falsche Informationen darüber. Vor allem manche Männer denken, dass ausbrennen ein Zeichen dafür sei, dass man für etwas gebrannt hat. Das trifft es aber nicht ganz.

Deswegen findest du hier die Antworten zu Burnout auf die häufigsten Fragen zu Burnout, die selbst Betroffene oder Partnerinnen und Partner bei Burnout am häufigsten stellen:

Was ist Burnout wirklich?

Aus medizinischer Sicht ist Burn Out keine Krankheit, sondern wird als Syndrom gesehen: 

Also eine Sammlung verschiedener Symptome unter einem Begriff. In der Internationalen Klassifikation der Erkrankungen (ICD) wird dieses Syndrom mit „Ausgebrannt sein“ und „Zustand der totalen Erschöpfung“ erklärt.

Typische Burnout Symptome

Die tatsächlichen Burnout Symptome hängen unter anderem von der Person selbst und von der Stufe des Burnout ab.

Für Burnout typisch ist ein chronischer Erschöpfungszustand. Oft ist das verbunden mit einer inneren Leere. Dazu kommt das Risiko von psychischen und körperlichen Folgeerkrankungen. Ein weit fortgeschrittenes Burnout Syndrom stellt einen gefährlichen Erschöpfungszustand dar. 

Über längere Zeit kann das sogar lebensbedrohlich werden, wenn nicht rechtzeitig gegengesteuert wird. Daher sollte lieber früher als später professionelle Unterstützung in Anspruch genommen werden. 

Wenn sich Burnout Symptome nur vorübergehend einstellen (z.B. Schlafstörung, Erschöpfung nach einer schwierigen Zeit, Rückzug), dann muss es sich nicht unbedingt schon um Burnout handeln. Handeln ist aber erforderlich, wenn über längere Zeit immer wieder die gleichen Symptome auftreten und das Leiden eher stärker als schwächer wird.  Dann ist eine Burnout Beratung, Coaching oder Therapie sinnvoll. Bei körperlichen Symptomen sollte sowieso immer ein Arzt hinzugezogen werden.

Die gute Nachricht: Burnout kann damit in der Regel gut abgewehrt oder behoben werden.

Burnout Symptome verleugnen passiert oft und ist Teil des Problems

Mehr zu den Symptomen des Burnout erfährst du im Abschnitt über die 12 Stufen des Burnout.

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Burnout Symptome bei Männern und Frauen

Die Symptome des Burnout unterscheiden sich zwischen Männern und Frauen nicht grundsätzlich. Aber Männer leiden bei Burnout in der Regel wesentlich länger, bis sie sich überwinden können, über ihr Problem zu sprechen und Hilfe zu beanspruchen. Ich selbst war dafür ein gutes (oder schlechtes) Beispiel. 

Oft berichten mir Frauen, dass bei Burnout ihr Partner keine Hilfe will. Genauer gesagt ist es meist so, dass der Partner Hilfe noch nicht annehmen kann.

Denn Männern wird oft schon als Kind von Vätern oder Großvätern vorgelebt, dass es stark sei, alles alleine zu schaffen und nicht nach Hilfe zu fragen. „Hilfe anzunehmen ist verboten“ – das denken sich viele Männer. Daher fällt es Männern oft schwerer, Hilfe anzunehmen – auch bei Burnout. Denn welcher Mann will schon als schwach gelten?

Aber in Wirklichkeit ist es stark, den Mut zu haben nach Hilfe zu fragen und Unterstützung anzunehmen. Die erfolgreichsten Menschen dieser Welt nehmen die Unterstützung von Beratern und Helfern in Anspruch, ohne die sie niemals so erfolgreich geworden wären.

Daher gilt: Auch Männer dürfen Hilfe annehmen, damit sie es viel schneller und leichter wieder aus dem Loch heraus schaffen. Und damit auch ihre Leistungsfähigkeit und Lebensfreude wiederherstellen können.

Also besser nicht mehr grübeln, sondern für Hilfe sorgen.

Burnout vorbeugen: Führt Stress immer zu Burnout?

Ständiger Stress versetzt unseren Körper in dauerhafte Alarmbereitschaft. Stresshormone durchfluten unseren Körper, damit wir „angreifen“ oder „flüchten“ können. Aber weder Angriff noch Flucht machen in unserem Alltag Sinn. Schon gar nicht dauerhaft. Es leuchtet ein, dass dieser Zustand auf Dauer weder sinnvoll noch gesund ist. Weder für den Körper noch für die Psyche.

Stress führt aber nicht immer zu Burnout. Solange wir wirkungsvolle Stressbewältigungsstrategien einsetzen können. Und wenn wir auf unsere Bedürfnisse achten und uns immer wieder Phasen der Erholung nehmen, ist Burnout eher unwahrscheinlich.

Stresshormone werden beispielsweise durch Bewegung wirkungsvoll abgebaut. Und wer in ein hilfreiches soziales Netz aus guten Freunden, Kollegen und Ratgebern eingebunden ist, zu denen ein vertrauensvolles Verhältnis besteht, wird ebenfalls seltener in das Burnout-Loch fallen.

Die eigentlichen Ursachen von Burnout

Die Ursache von Burnout ist nicht der Stress allein. Das Gefühl von Stress unter Belastung ist genau genommen auch ein Symptom dafür, dass einiges außerhalb des Gleichgewichts ist. Für „erfolgreichen“ Burnout spielen immer mehrere Faktoren eine Rolle. Diese sorgen dafür, dass wir uns immer stärker gestresst, ausgelaugt, überfordert und ausgebrannt fühlen.


Zu den eigentlichen Ursachen von Burnout, Überlastung und Erschöpfungszustand gehören nämlich vor allem viele Denkweisen, Verhaltensweisen und äußere Einflüsse, die wir uns über Jahre angewöhnt oder zugelassen haben. Außerdem liegt die Ursache von Burnout auch in falschen Prioritäten, die dafür sorgen, dass wir uns zu wenig Zeit für Dinge nehmen, die uns selbst guttun und die uns neue Kraft und Energie spenden.

Zum Beispiel lautet eine alte bekannte „Weisheit“: „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen“. Solche wenig hilfreichen so genannten „Glaubenssätze“ tragen zu Prioritäten, Denkweisen und Verhaltensweisen bei, die uns mit der Zeit in die ersten Stufen des Burnout führen können.

Das beginnt oft schon in der Schule, zieht sich über das Studium oder die Ausbildung weiter und bis ins Berufsleben hinein. Und das häufig bis zur Rente – wenn wir nicht rechtzeitig daran arbeiten, nützlichere Einstellungen zu sich selbst, der mentalen und körperlichen Gesundheit und der Arbeit zu entwickeln.

Wir gewöhnen uns mit der Zeit an diese Zustände und empfinden sie daher als „normal“. Deswegen erkennen wir nicht mehr, dass diese Zustände für unser Lebensglück und unsere Gesundheit schädlich sind. Und dass uns diese Lebensweise gar nicht guttut. Aber wir haben an diesem Punkt schon das Gefühl für uns selbst verloren. Wir merken deshalb meist zu spät, dass wir uns dadurch dauernd stressen, unter Druck setzen und „erfolgreich“ in ein Burnout steuern.

Maßnahmen zur Vorbeugung von Burnout

Um Burnout rechtzeitig vorbeugen oder stoppen zu können, haben sich intelligentes Stressmanagement, Stress Coaching oder gezielte Burnout Beratung und Burnout Coaching als sehr wirkungsvoll erwiesen. 

Dabei kann es im ersten Schritt darum gehen, die Stressauslöser (innere und äußere) zu erkennen. Und im nächsten Schritt können wir lernen, besser darauf zu reagieren und so zu handeln, dass es für uns wirklich gut ist. Dazu lassen sich viele wirkungsvolle Methoden anwenden, die unter anderen aus Psychologie, Achtsamkeitslehre, Sportwissenschaften und Arbeitswissenschaften stammen.

Burnout Prävention in Unternehmen

Stress ist keine Voraussetzung von Erfolg. Stress ist auch kein notwendiges Übel. 

Im Gegenteil: Stress tötet…

  • Kreativität, 
  • Motivation, 
  • Leistungsfähigkeit, 
  • Lösungskompetenz und 
  • Konfliktfähigkeit.

Die Konzentrationsfähigkeit sinkt. Gleichzeitig steigt die Fehlerquote. Unternehmen, die es sich leisten, ihre Führungskräfte und Fachkräfte unter Dauerstress zu halten, verschwenden bares Geld und setzen ihr Unternehmen einem großen Risiko aus.

Gezielte Burnout Prävention sollte daher für jedes Unternehmen zur Selbstverständlichkeit gehören. Damit lassen sich lange Ausfälle oder dauerhafte Verluste von wichtigen Leistungsträgern verhindern. Zur Burnout Prävention in Unternehmen können Wissensvermittlung, Stressmanagement-Training und Coaching sowie eine Optimierung der Prozesse gehören.

Was tun gegen Burnout?

Wenn bereits Burnout Symptome auftreten oder du den ständigen Stress und Druck als belastend empfindest, ist es Zeit zu handeln! 

Ein Urlaub und etwas Ruhe helfen bei Burnout kaum! Wenn die Ursachen von Stress und Burnout nicht behoben werden, landest du kurz darauf wieder in derselben Situation. Und schämst dich vielleicht, dass du schon wieder am selben Punkt gelandet bist.

Folgende Schritte sind deshalb nützlich:

1. Schritt: Akzeptiere dass du ein Problem hast!

Geht es dir blendend? Oder fühlst du dich eher gerädert oder wie vom LKW gerammt?

Mach dir bewusst, dass es so nicht weitergehen soll. Deshalb musst du etwas dagegen tun!

Nicht irgendwann – sondern mach JETZT den ersten Schritt!

Das ist eine bewusste Entscheidung.

2. Schritt: Einflüsse bzw. Faktoren genau analysieren:

Finde heraus und mache dir klar, welche Einflüsse und Faktoren deinen Stress verursachen und warum.
Das geht am besten mit Unterstützung im Rahmen eines Coaching oder einer Therapie.

3. Schritt: Ziel und Weg zur positiven Veränderung festlegen:

Wovon brauchst du mehr? Was musst du neu lernen?
Wovon brauchst du weniger? Was musst du sein lassen?
Wie genau erreichst du das?

Allein lässt sich das kaum wirkungsvoll und effizient erkennen und verändern. Wir haben alle „blinde Flecken“, die wir selbst nicht sehen können oder wollen. Deshalb kannst du das am erfolgreichsten, leichtesten und schnellsten mit Hilfe professioneller Unterstützung erreichen. Und niemand kann sich wie „Münchhausen“ selbst an den Haaren aus dem Sumpf ziehen.

In den stärkeren Phasen des Burnout benötigt man auf jeden Fall professionelle Hilfe. Dann kommt man allein nicht mehr aus dem Loch heraus. Denn die Ursachen des Problems verhindern gleichzeitig die Lösung.

Ich habe in meinem Burnout lange versucht, alles allein zu schaffen. Viel zu lange. Damit habe ich massig Zeit und Energie verschwendet. Schließlich musste ich doch einsehen, dass es nicht ohne Unterstützung geht! 

Hätte ich früher Hilfe in Anspruch genommen, dann wäre es einfacher gewesen und ich hätte es viel schneller geschafft, wieder herauszukommen. Dann hätte ich noch nicht so tief dringesteckt. Aber hinterher ist man ja immer schlauer.

Wie helfe ich Partner oder Partnerin bei Burnout?

Auch für Angehörige von Menschen, die vom Burnout betroffen sind, ist die Situation schwierig. Ganz besonders Partnerinnen und Partner von Menschen die von Stress geplagt oder durch Burnout belastet sind, leiden unter deren Burnout. Manche Partnerinnen und Partner werden dadurch selbst unmittelbar von Überforderung, Ausbrennen und Erschöpfung bedroht. Es entsteht eventuell auch eine Art „Co-Abhängigkeit“, durch die der betroffene Partner immer soweit gestützt wird, dass er nie an den Punkt kommt, sich wirklich Hilfe zu holen. Es geht ja immer noch irgendwie…

Daher ist es wichtig, sich rechtzeitig davor schützen und als Partnerin oder Partner aktiv etwas zu tun, um die Situation zu verändern.

Hilf dir selbst, bevor du anderen helfen kannst

Die Situation kostet auch nahestehende Angehörige von Burnout-Betroffenen, viel Kraft und Energie. Dazu gehören die Partnerinnen, Partner aber auch zum Beispiel die Kinder, oft auch Eltern, Geschwister und enge Freunde.

In der Partnerschaft und Familie verursacht die Burnout-Situation viele Sorgen, Ängste, Unverständnis und tiefe Verunsicherung. Wie soll man mit Betroffenen umgehen? Was sollte man tun und was vermeiden? Wie kann man am besten helfen?

Das ist nicht so einfach. Daher kann die Unterstützung für Partnerinnen, Partner und andere Angehörige mehr als sinnvoll sein.

Die Beratung bzw. Unterstützung durch einen Burnout-Experten bzw. Burnout Coach sorgt dafür, dass du es als Angehöriger leichter hast die Situation zu verstehen und besser damit umzugehen. Du lernst, wie du deine Energie behältst, dich stärkst und dich sicherer fühlst. Du schützt dich damit auch vor Überlastung, Überforderung und eigenen Burnout. Und nur wenn du selbst Energie hast und dich sicher fühlst, kannst du wirklich helfen.

Mehr dazu erfährst du in meinem Blog-Artikel für Partner von Menschen im Burnout.

Was hilft meinem Partner bei Burnout?

Wenn du als Partnerin oder Partner einem betroffenen Menschen bei Burnout helfen möchtest, dann funktioniert das am besten, indem du in erster Linie…

  • ein offenes Ohr anbietest, 
  • Verständnis für die Situation aufbringst und zeigst, 
  • deine Zuneigung und deinen Beistand ausdrückst ohne einzuengen.

Im Gegensatz dazu machen Vorwürfe, zusätzlicher Erwartungsruck oder ungebetene Ratschläge und „schlaue Sprüche“ die Sache meist schlimmer. Damit fühlt sich der Burnout geplagte Mensch eher noch schwächer. Das ist nun das Letzte was er braucht.

Als Partnerin oder Partner bist du selbst einfach zu sehr in die Situation verstrickt, als dass du klar und unvoreingenommen helfen könntest. Du nimmst natürlich auch emotional Anteil und hast verständlicherweise eigene Erwartungen an die Beziehung, die immer mitschwingen. Deswegen kannst du selbst – außer Verständnis und Zuneigung – deinem Partner meistens gar nicht direkt helfen. Aber du kannst dafür sorgen, dass dein Partner Hilfe und Unterstützung bekommt. 

Wenn du es möchtest, kannst du anbieten, beim Finden von professioneller Hilfe behilflich zu sein. Du machst es damit für deinen Partner leichter, Hilfe zu bekommen. Auch wenn erstmal im Burnout der Partner keine Hilfe will oder noch nicht annehmen kann. Wahrscheinlich muss er sich an den Gedanken erst gewöhnen und braucht etwas Zeit dafür. Mach auch klar, dass du es als Stärke ansiehst, wenn dein Partner sich zugesteht, Hilfe zu holen. Denn die Angst vor dem Verlust von Ansehen spielt im Burnout oft eine Rolle und verhindert oft, dass Betroffene Unterstützung holen.

Dafür ist gut zu wissen: Viele der erfolgreichsten Männer und Frauen nehmen zur Burnout Prävention und zum Stressmanagement die Dienste von Beratern und Burn Out Coaching in Anspruch. Weil diese Menschen erkannt haben, dass es wirkungsvoll ist. Mit Unterstützung wird alles viel leichter und schneller verbessert. Vielleicht kann das auch dein Partner oder deine Partnerin schon bald annehmen.

Die Burnout Symptome: 12 Stufen nach Freudenberger

Wenn du die Burnout Phasen und die Burnout Symptome verstehen willst, kann dir das Burnout Modell von Herbert Freudenberger sehr helfen, das ich dir hier vorstelle. Freudenberger war einer der Pioniere der Burnout Forschung. Dieses Burnout-Modell beschreibt die 12 Stufen des Burnout bzw. die typischen Burnout Phasen mit den häufigsten Symptomen:

1. Stufe: Der Zwang sich zu beweisen

Am Anfang steht dieser Wille oder Zwang, es anderen zeigen oder sich beweisen zu müssen. Die häufigsten Gründe für den Zwang oder Willen sich beweisen zu müssen: Man stellt hohe Erwartungen an sich selbst oder man versucht, immer die Erwartungen anderer Menschen zu erfüllen. Das können zum Beispiel Chefs, Eltern, Kollegen, Partner oder auch andere sein. Dieser Zwang betrifft Frauen und Männer gleichermaßen. Vor allem in den letzten Jahren hat der berufliche Druck auf viele Frauen zugenommen. Bei vielen Männern haben sich häufig der private Druck und die Erwartungshaltung gesteigert. 

Der „normale“ Wunsch und Wille sich leistungsfähig zu fühle und Anerkennung zu bekommen, wird mit der Zeit zum Zwang oder zur Pflicht. Und die übersteigerten Erwartungen werden immer mehr als „normal“ oder „selbstverständlich“ angesehen.

2. Stufe: Verstärkter Einsatz

Man steigert nun den Einsatz im Job oder im Privatleben, um die hohen Erwartungen zu erfüllen. Häufig ist das verbunden mit Überstunden, Übernahme zusätzlicher Aufgaben oder Arbeit zu ungewöhnlichen Zeiten (spät abends oder am Wochenende). 

Mit der Zeit wird dieses Denken und Verhalten zur Gewohnheit. Man vergisst, wofür das eigentlich ursprünglich gut war: zum Beispiel um Anerkennung zu bekommen oder um fleißig zu wirken, und damit eine Gehaltserhöhung zu bekommen mit der man sich einen finanziellen Wunsch erfüllen kann. 

Das ist der „erfolgreiche“ Einstieg in die Burnout Symptome und die nachfolgenden Burnout Stufen.

3. Stufe: Vernachlässigen eigener Bedürfnisse

Die eigene Bedürfnisse werden nicht mehr ausreichend beachtet und nicht befriedigt. Dadurch entfallen hilfreiche Stressbewältigungsstrategien. Wichtige Energiequellen und Möglichkeiten zum gesunden Ausgleich gehen verloren. 

Statt die eigentlichen Bedürfnisse von Körper und Psyche zu befriedigen, setzt man zur Kompensation andere Mittel ein. Das können z.B. viel Kaffee, Alkohol, Rauchen, leistungssteigernde Medikamente, Drogen oder vereinzelte ausschweifende Erlebnisse sein. Zu diesen Mitteln können aber auch noch mehr Arbeitsleistung, „extrem Party machen“ oder neue sexuelle Erfahrungen gehören.

4. Stufe: Verdrängen von Konflikten und Bedürfnissen

Natürlich entstehen immer wieder Konflikte mit anderen Menschen. Zum Beispiel, weil man den nahestehenden Menschen nicht mehr viel Zeit und Aufmerksamkeit schenken kann.

Es kommt zu mehr Streit mit der Partnerin oder dem Partner, Eltern, Kindern, Kollegen oder Chefs. Aber weil das unangenehm ist, und zudem Zeit und Energie kosten würde, die man nicht hat, verdrängt man das lieber.

Auch innere Konflikte mit sich selbst werden verdrängt. Ein Beispiel: „Eigentlich sollte ich Sport machen – aber ich nehme mir wegen der Arbeit keine Zeit dafür. Aber das vergesse ich mal lieber ganz schnell und beschäftige mich mit etwas anderem.“

Hobbys und eigene Bedürfnisse nimmt man dann nicht mehr wahr oder erfüllt sie nicht. Man denkt zum Beispiel: „Das kann ich später irgendwann auch noch.“ 

Mehr und mehr kommt es zu Fehlern. Versprechungen werden nicht erfüllt und Verabredungen vergessen. Ein Gefühl von Schwäche oder Überlastung beginnt in dieser Burnout Stufe. Auch das wird lieber verdrängt bzw. man lenkt sich gerne davon ab.

5. Stufe: Umdeuten von Werten

Man hat keine Zeit mehr für alles, was nicht „sein muss“. Also für alles, das z.B. nicht zur beruflichen Pflicht oder privaten Pflichten gehört. Leistung bei der Arbeit ist praktisch das Einzige, was jetzt wichtig scheint und wofür immer mehr Zeit und Energie ver(sch)wendet wird. Häufig verwechselt man Leistung mit Erfolg und Selbstwert. Dann versucht man, mit viel Arbeit das eigene Selbstwertgefühl zu steigern. Der Schutz des eigenen Selbstwertgefühls ist ein starker Antreiber.

Oft treten zunehmend Probleme mit Partner bzw. Partnerin, den Kindern oder Freunden auf („Du hast nie Zeit! Du bist nie wirklich für mich da!“).

Viele Betroffene fühlen sich dann selbst unverstanden. Sie vermeiden immer mehr, sich mit dem Problem auseinanderzusetzen. Und vor allem ist dies eines der Burnout Symptome, die bei Männern noch stärker auftreten. Denn ihnen fällt es oft sowieso schon schwerer, über ihre persönlichen Probleme zu sprechen. Das steigert das Problem weiter.

6. Stufe: Verstärktes verleugnen von Problemen

Ein Gefühl fehlender Anerkennung im Beruf und im Privatleben entsteht nach und nach. Aber diese Anerkennung oder Bestätigung von anderen zu erreichen war ja ursprünglich meist ein Ziel des verstärkten Einsatzes bei der Arbeit.

Die Ursache und Entstehung des Problems ist uns in dieser Stufe aber nicht mehr bewusst oder wir vergessen sie lieber bewusst, weil das unangenehm ist.

Bei Burnout Symptomen nimmt der Druck ständig zu und nichts geht mehr

Die Überlastung wird immer mehr bestritten. Oft beginnt eine zynische Abwehrhaltung:  gegen Arbeitsaufgaben, Vorgesetzte, Mitarbeiter, Kunden oder Kollegen.

Es kommt häufiger zu Unpünktlichkeit und Ausfällen wegen Krankheit. Die Folge ist eine „innere Kündigung“ als Schutzhaltung.

7. Stufe: Rückzug

Es entstehen Gefühle von Orientierungslosigkeit, Ratlosigkeit, Hoffnungslosigkeit, innerer Leere und Ohnmacht. Kontakte zu anderen Menschen vermeidet man soweit es geht. 

Damit verschwinden aber wichtige Entlastungsmöglichkeiten – durch seelische oder praktische Unterstützung. Das Problem verhindert zunehmend die Lösung.

Stattdessen versucht man das Gefühl der Leere durch Maßnahmen wie Konsum von  Alkohol, Drogen, Essen, zu schnellem Autofahren, sexuellen Erlebnissen oder Glücksspielen zu kompensieren.

Das führt zu weiteren Problemen. Zum Beispiel kommt es dann im Burnout oft zu  Gewichtsveränderungen, Herzrasen, Bluthochdruck, Entscheidungsunfähigkeit, Fehlerhäufigkeit, zusätzlichen Konflikten im Familienumfeld und ähnlichem. Auch das sind ernst zu nehmende Burnout Symptome.

8. Stufe: Deutliche Änderung des Verhaltens

Ab dieser Phase des Burnouts fällt nun spätestens auch den Menschen im Umfeld auf, dass man sein Verhalten deutlich verändert hat. Zum Beispiel tauchen jetzt Selbstmitleid, Einsamkeitsgefühl und Wut bei Zuwendung oder gut gemeinten Ratschlägen auf. 

Oder es fällt auf, dass man immer mehr gleichgültig gegenüber nahestehenden Menschen wird und kaum noch Anteil an deren Leben nimmt. Das betrifft vor allem die Partnerin bzw. Partner, Familie und Freunde. 

Aber auch bei der Arbeit zieht man sich spätestens in dieser Burnout Phase zurück und wird beispielsweise sehr einsilbig.

9. Stufe: Gefühl für die eigene Persönlichkeit verlieren

(spätestens ab hier ist definitiv professionelle Hilfe unbedingt erforderlich!!!)

„Maschine statt Mensch“: Man nimmt sich nun selbst nicht mehr als Mensch mit Bedürfnisse und Gefühlen wahr oder lehnt sich selbst sogar ab. Das nennt man in der Fachsprache Depersonalisation. Man behandelt sich selbst wie eine Maschine, die einfach funktionieren muss.

Gefühle werden als hinderlich oder als zu schmerzhaft angesehen, da die persönlichen Probleme schon so groß geworden sind. Daher schützt man sich durch „Abspalten“ bzw. „Ausschalten“ der Gefühle.
Das führt allerdings zu viel größeren Problemen. Das ist als ob man die Hitzesensoren eines Motors ausschalten würde: Die Gefahr einer Überhitzung und damit eines Totalausfalls steigt enorm.

Der Körper hat Bedürfnisse, die längst nicht mehr erfüllt werden. Er beginnt sich zunehmend gegen die schlechte Behandlung zu wehren. Das tut der Körper, indem er psychosomatische Symptome erzeugt: das können zum Beispiel Schmerzen in der Brust, im Bauch, im Rücken oder im Kopf ohne erkennbare medizinische Ursachen sein. 

Man könnte das als den Versuch des Körpers bezeichnen, endlich das selbstschädigende Verhalten durch eine Krankheit zu stoppen. Auch solche körperlichen Symptome sind typische Burnout Symptome auf dieser und den folgenden Stufen des Burnout.

10. Stufe: Innere Leere

Es entsteht langsam eine negative Einstellung: zum Leben, zu sich selbst und zu Mitmenschen. Häufig erlebt man immer mehr Gedanken und Gefühle der Nutzlosigkeit, Sinnlosigkeit oder Angst.

Man versucht nun noch mehr (ergebnislos), mit anderen Maßnahmen, wie z.B. Alkohol, Medikamenten, sinnlosen Konsum ohne Ende, zu viel Essen, Sex oder extremen Gefahren diesem Gefühl etwas entgegenzusetzen. Aber auch das kostet weitere Energie und führt zu mehr Problemen. 

Spätestens auf dieser Stufe des Burnout bei Männern auch oft zu Störungen im sexuellen Bereich. Also zum Beispiel zu Potenzstörungen bzw. Erektionsstörungen oder Lustlosigkeit. Aber auch bei betroffenen Frauen ist ein Verlust der Libido in dieser Phase des Burnout völlig normal. Wenn unser Körper und Geist auf den „Maschinen-Modus“ und auf das einfache Überleben umgestellt hat, bleiben für so etwas keine Energie und kein Gefühl mehr.

Auf dieser Stufe des Burnout lässt sich generell kein Gefühl von Befriedigung oder gar Freude mehr erreichen. Das macht das Gefühl der inneren Leere noch schlimmer.

11. Stufe: Depression und Erschöpfung

Die Gefühle und Gedanken von Hoffnungslosigkeit, Sinnlosigkeit, Verzweiflung und eine negative Einstellung zu sich und zur Welt sind nun ständig präsent. 

Damit stellen sich (Erschöpfungs-) Depressionen ein.

Es ist nun kaum mehr möglich, sich aufzuraffen und sich für etwas zu motivieren. Meist nicht  einmal, um sich Hilfe zu holen. Vor allem Männer schaffen das nun in den wenigsten Fällen aus eigenem Antrieb. 

Die Batterien sind einfach leer. Das Gefühl der Schwäche im Burnout sorgt vor allem bei Männern dafür, sich deswegen auch noch zu schämen und sich auch daher anderen Menschen kaum mehr öffnen oder anvertrauen zu können.

Der gut gemeinte Rat von Angehörigen, sich doch mal „aufzuraffen“ oder einfach mal „frische Luft zu schnappen“ ist nicht hilfreich. Es geht einfach nicht. Und das Unverständnis des Umfelds oder der indirekte Vorwurf machen es noch schlimmer!

Spätestens auf dieser Stufe musst du unbedingt einen Arzt mit einbeziehen!

12. Stufe: Völlige Burnout-Erschöpfung

Die vollständige psychische Burnout-Erschöpfung und Verzweiflung kennzeichnet diese Burnout Phase. Damit verbunden sind oft körperliche Beschwerden wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Magen-Darm-Erkrankungen, häufige Erkältungskrankheiten, Schwächegefühl, Schwindel oder Schmerzen.

Dieser Zustand kann im schlimmsten Fall sogar lebensbedrohlich werden!

Hilfe durch einen Arzt ist unbedingt erforderlich und dringend.

Burnout lässt sich erfolgreich vorbeugen oder beheben

Ich habe selbst vielfach erlebt, wie erfolgreich dieser Weg der rechtzeitigen Burnout-Vorsorge und der Weg aus dem Burnout ist und wie sehr er sich lohnt!

Viele von Burnout betroffene Menschen empfinden es im Nachhinein sogar als Chance, ihr Leben so zu verändern und ihre Persönlichkeit so zu stärken, dass ihr Leben nach dem Burnout erst so richtig begonnen hat. Vieles wird möglich, was vorher undenkbar schien. 

Mit Unterstützung können Menschen sich von der Last des Burnout befreien und darüber hinaus sogar ein viel befreiteres Leben mit Zufriedenheit und Lebensfreude erreichen.

Mit meinem Angebot unterstütze ich mit Leidenschaft…

  • von Dauerstress oder Burnout betroffene Menschen auf diesem Weg.
  • Partnerinnen und Partner oder andere Angehörige von Betroffenen: sich selbst schützen und stärken oder leichter damit umgehen und helfen lernen. 
  • Unternehmen, Arbeitgeber und Führungskräfte mit entsprechenden Maßnahmen zur aktiven Burnout Prävention, Stressmanagement Coaching und Burnout Beratung.

Meine Angebote richten sich vor allem an Betroffene bis zur 8. Stufe der Burnout Symptome. Auf den weiteren Stufen ist in jedem Fall zuerst oder begleitend eine Psychotherapie bzw. eine ärztliche Behandlung erforderlich.

Meine Videoreihe zu Burnout

Willst du mehr über Burnout Symptome (12 Stufen) erfahren?

Dann schau dir meine Videoreihe auf YouTube an:  „Der Burnout Berater“

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Ralf Maier ist dein Burnout Coach

Hallo, ich bin Ralf!

Auf meinem Blog findest du hilfreiche Tipps und Tricks zur Stressbewältigung, Burnout-Bekämpfung, Burnout-Prävention für Unternehmen und für ein erfülltes Leben mit Lebensfreude. Mach’s dir leichter und erfahre hier, wie das geht.

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